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Fachberatertagung in der Wittenberger Gemüse GmbH - Armin Bartz (Vors.KV) u. Klaus Lersch (Fachb.) 06.10.17

Wir hatten heute die Gelegenheit, deutsche Geschmackstomaten Produktion zu besichtigen.

Es war einfach beeindruckend, was hier ganz wissenschaftlich, durchdacht und Mikroelektronik gesteuert auf die

Beine gestellt wurde. Unser Fachberater Klaus Lersch und ich konnten hochmodernste Tomatenproduktion hier

in Mitteldeutschland besichtigen.

15 Hektar Gewächshaus, Abwärmenutzung aus dem Stickstoffwerk Piesteritz, biologischer Anbau und bestens

ausgeklügelte technische und logistische Leistungen, lassen tonnenweise, geschmackvolle Tomaten reifen.

Das Motto lautet: Geschmack von hier!  Als Marketing Geck, heißt die Tomate von hier " Luthertomate "

Dr. Rehberger ( ehem. Landwirtschaftsminister von S/A ) erläuterte alle Details umfangreich.

In den folgenden Bildern, erhält man einen kleinen Eindruck. 

Beitrag & Bilder: Armin Bartz Vors. KV Wolmirstedt e.V.

Links: Dr.Rehberger -  Mitte: Klaus Lersch -  Rechts Rolf Möhrke
Dr. Rehberger bei den Erläuterungen
Anbau u. Ernte der sogenannten Luthertomaten

Liebe Gartenfreunde,

anbei einige bildliche Eindrücke von der Auswertung des Landeswettbewerbes 2017

Unsere  teilnehmenden Vereine des Kreisverbandes können Stolz auf sich selbst sein.

In der Wertung haben wir einen 6. und einen 3. Platz belegt.

Der 3. Platz vom Verein "Wolmirstedt 1947" e.V. hat mich selbst überrascht.

Ich habe mich für unsere Vereine gefreut.

Herzlichen  Glückwunsch durch uns als Kreisvorstand an alle Beteiligten.

Darüber hinaus, sollte es zukünftig Ansporn sein, im nächsten Landeswettbewerb in 3 Jahren (?) wieder die Leistungen einiger Vereine gut als soziale Dienstleistung 

darzustellen.

MfG

Armin Bartz

Bergkristall mit Dietrich Henze auf der Bühne, mit dem Landespräsident Peter Riebeseel
3. Platz Bekanntgabe Detlef Jungnickel von der "1947"
Die Preisträger mit DetlefJungnickel und Dietrich Henze
Gruppenbild  "Bergkristall"
Preisverleihung 3. Platz mit Peter Riebeseel Landespräsident und Vertreter der Landesregierung Herr Abteilungsleiter Schulz

Neujahrsempfang 2018

           Hohe Börde

Frau Trittel ( Bürgermeisterin ) beim Grußwort

Frau Trittel ( Bürgermeisterin )u. Armin Bartz ( Vors.KV.Kleingärtner WMS )
Th. Webel, A. Bartz, M. Behrens, Ortsbürgermeisterin u. St. Krieger
Bericht des Schatzmeisters
Rechenschaftsbericht durch Gfr.Riebeseei
Schlußwort des neuen Landespräsidenten Michalsky
Verabschiedung Rolf Mörke
Quelle: Gartenfreund  Nr. 10   2018
25.05.2019

 Auswertung
des Kleingärtnerwettbewerbs in der EG Barleben


Seit  nunmehr 11 Jahren besteht eine Wettbewerbsvereinbarung zwischen der EG Barleben und dem Kreisverband der Kleingärtner Wolmirstedt e.V., Unterregion EG  Barleben“, zur  Weiterentwicklung  des Kleingartenwesens und dem persönlichem Gespräch mit dem Bürgermeister sowie  Konsultation über  gegenseitig interessierte Fragen.

Eingeladen waren alle Mitgliedsvereine aus der Unterregion Barleben, Ebendorf und Meizendorf.
Erstmalig waren zwei Vereine unseres Kreisverbandes nicht anwesend. Alles   Vereine, wo neue Vorstände gewählt worden. Ein Verein hat sich extra entschuldigt, weil er weiß, was sich gehört.

Der größte Verein fehlte unentschuldigt, der KV „ An der Ebendorfer Str“ e.V. 
Der zweite Sieger hatte Arbeitseinsätze zu bewältigen. Da werden wir die Urkunde anläßlich des 95. Vereinsjubiläums am 22.06. die Urkunde nachreichen.

Neuer  Partner des Kreisverbandes und der Unterpächter  ist der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Barleben, Herr Nase, mit seinen Mitarbeitern in der Verwaltung.

Der Rundgang in der Anlage „Am Bagger „ e.V. Glück auf“ e.V., deren Vorsitzender der Gfr. M. Lock ist, zeigte eine sehr große Anlage mit  über 130 Parzelle,  gut gepflegt. Allerdings auch mit vielen Altlasten aus Siedlerzeiten .
Die Anlage ist  im wesentlichen ausgelastet.
Die Parzellengrößen liegen zwischen 400 m² bis 1100 m². Ich habe mich nicht verschrieben- es ist so mal ursprünglich gestaltet worden.

Bemängelt wurde durch uns als Verpächter  die offensichtlichen Verstöße gegen die Rahmenkleingartenordung bei der Gestaltung von Hecken.
2 m hohe Hecken am Gartenweg sind einfach nicht gestattet. Aber man konnte auch ideenreich gestaltete Kleingärten sehen. Gewundene Wege mit Spindelobstbäumen, viele Zierblumen und auch Kartoffelacker. 
Hie hat ein Pächter gute Ideen und Geld ,er lebt das Kleingärtnertum.

Gfr. Lock stellte seinen Verein sachkundig und engagiert vor. 
Dafür sprechen wir ihm  und seine aktiven Mitstreiter für die Ausgestaltung dieser Veranstaltung an diesem Tag unseren Dank aus.

Der Kreisvorsitzende versprach nicht länger als 20 Minuten über aktuelle Ereignisse vorzutragen. Er hat sogar mal Wort gehalten.

Er ging auf folgende Themen näher ein:
•    Was ist eigentlich ein Kleingartenwettbewerb und wie sollte er in jedem Verein organisiert werden? Werden solche toll gestalteten Gärten auch anerkannt?
•    Welche Eolle spielt der interne Kleingartenwettbewerb?
•    Aufruf zur Teilnahme am nächsten Landeswettbewerb von Kleingartenvereinen aus Barleben.
•    Informationen zum Pächterwechsel. Schwarzverkäufe  von Eigentum des Pächters und Wechsel der Pachtsache am Vorstand  vorbei  sind illegal. Hier wird es keine Pachtverträge  für die Erwerber geben.  Man kann das gekaufte Eigentum des Vorpächters  gern von der Parzelle umsiedeln.
•    Informationen  zur Behandlung von Energiebezugsgemeinschaften innerhalb eines Vereins als behandelte GbR in der Rechtsstellung.
•    Erhärtung der Stellungnahme eines jeden Vereins zur Stellungnahme zum Kerngebiet für die nächsten 10 Jahre. Ein Lob ging hier an den Verein „Am Pappelgrund“ e.V. ,der promt  und zügig geantwortet hatte.
•    Information zu Verhandlungen zur Rückgabe von Pachtflächen in Gross -Ammensleben in der Größe von ca. 13.000 m²
•    Hinweis zum konzentrierten Studium des letzten Fachberaters , bezüglich eines Urteils des BGH zum Rückbau von Pachtparzellen bezüglich des persönlichen Eigentums  bei nichtvorhanden seins eines Nachpächters bzw. Aufgabe der Pachtfläche. Siehe Fachberater Nr.2-2019 ab Seite 25.

Äußerst lobend war der Erfahrungsaustausch über den Tisch hinaus.
Wie kann man aus einem vollen Verein Bewerber in einen anderen Verein umlenken? Die Vereine „Am Helldamm“ und „ Gärtnerglück“  e.V.wurde die Kooperation empfohlen
Bedenken kamen auch von einem alten Hasen aus dem Gartenverein zur Sülze e.V. bezüglich der Rückgabe von Pachtflächen und der Fusion von Vereinen. „Ich habe gerade 4.000 Euro investiert, dass gebe ich doch nicht auf!“ war die persönliche Auffassung des Schatzmeisters Burghard Möhring.
Ja, es wird  zukünftig nicht mehr nur nach den individuellen Wünschen der Pächter gehen.gehen. Man wird auch mal umziehen müssen oder man wird auch völlig neu ein Wertgutachten schätzen lernen.
Hat man das Geld auch wirklich dafür eingesetzt, den § 1 des BKleinG zu verbessern oder wurde es in die Verbesserung der Gartenlaube in einfacher Ausführung gesteckt?
Über den Tisch wurde freiweg diskutiert- wie man Bewerber gegenseitig vermitteln kann.

Durch den Kreisvorsitzenden konnte eingeschätzt werden, dass in den Gartenanlagen  der EG eine für heutige Verhältnisse zufriedenstellende Auslastung und  nur ein Gesamtleerstand von  ca.5 % wahrscheinlich ist. Genau konnte es nicht ermittelt werden, da einige Vereine es immer noch nicht verstanden haben, statistische Meldungen erstrangig für sich und für den Kreisverband zu erstellen.
Hier wurde noch einmal  darauf hingewiesen, jeder Verein –er macht es erstrangig für sich selbst, damit er Zukunft gestalten kann- dann erst für den Kreisverband.
Gfr. Bartz erläuterte den Zusammenhang zwischen Daseinsvorsorge in den Städten und Gemeinden, soziale Aspekte und Pflichten der Kleingärtner in diesem Zusammenhang.

Der Bürgermeister der Einheitsgemeinde , Herr Nase  bemerkte in diesem Zusammenhang völlig richtig, dass zwischen den Vereinen und im besonderen mit dem Kreisverband der Kleingärtner, als Zwischenpächter inhaltlich eine gute Arbeit geleistet wird. 

Es gibt Beratungen, so wie an diesem Tage, da wird Klartext gesprochen.

Der Bürgermeister der Einheitsgemeinde konnte  für die unermüdliche ehrenamtliche  Arbeit   drei Kleingartenvereine auszeichnen.
Den ersten Platz belegte der Verein „Pappelgrund“e.V. und erhielt den Wanderpokal des Bürgermeisters der Einheitsgemeinde.
Den zweiten Platz belegte der Verein „Am Mühlenweg e.V. Ebendorf,
der drittplatzierte konnte mit dem Verein „Zur Sülze“ e.V. benannt werden.

Wir bedanken uns bei dem gastgebenden Verein.
Ihr habt eine gute Gastfreundschaft und Sponsoring bei der Versorgung  für alle Teilnehmer   betrieben.
Es ist zu erwähnen, dass Barleben nun mittlerweile im Kreise der Kleingärtner zum Weinanbaugebiet, nördlich von der Saale-Unstrut Gegend wird. Gfr. Günter Uebe gewann den  Pokal  mit seinem Verein und übergab dem Weinanbau und Weinerzeuger und   Mitstreiter Armin Bartz  eine Flasche Wein aus dem Jahrgang 2018.

Bartz
Vorsitzender des Kreisvorstandes


Anlagen : diverse Bilder von Armin Bartz und Rüdiger Cuers
                                           

Anlage: diverse Bilder von Armin Bartz

Gespräch mit der Volksstimme
         25.Februar 2020
Quelle: Volksstimme vom 27.02.2020

Kleingärten: Alternative oder „Corona-Laune“?
 

Seit Ausbruch der Virus-Pandemie gibt es eine Renaissance der Kleingärten / Leerstand in Vereinen sinkt Von Bernd Kaufholz
Seit Wochen gibt es deutschlandweit einen riesigen Ansturm auf Kleingärten – besonders im Osten gehen die Parzellen weg wie warme Semmeln und der Wunsch nach einem Schrebergarten ist fast so groß wie zu DDR-Zeiten. Doch ungetrübt ist die Freude nicht – das böse Wort „Corona-Gärten“ macht die Runde.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andreas Palm, seine Lebengefährtin Chantal Wallisch und ihr kleiner Marlon haben seit drei Wochen einen Garten im Osterburger Verein „Aufbau“ am Rande der Altneubausiedlung. Der 30-Jährige wässert die neu in die Erde gebrachten Erdbeerpflanzen.Fotos (3): Bernd Kaufholz
Magdeburg l Andreas Palm wässert die gerade angepflanzten Erdbeeren im Rosenweg. Ob er und seine Lebensgefährtin einen „grünen Daumen“ haben? „Das wird sich spätestens im Herbst herausstellen“, stapelt der 30-Jährige tief. Aber Chantal mit Baby Marlon auf dem Arm ist sich sicher: „Wenn einer von uns beiden den ,grünen Daumen‘ hat, dann Andreas.“
Vor drei Wochen hat das Paar die Parzelle im Verein „Aufbau“ am Rande der Altneubausiedlung von Osterburg übernommen. Einen ehemaligen „Vorführgarten“. Was heißen soll, dass die Parzelle für ein Jahr auf Probe gepachtet werden konnte, um zu testen, ob das Interesse an frischer Luft im eigenen Garten anhält. Die Vorbesitzer verloren bald die Lust und verschwanden in einer Nacht-und-Nebel-Aktion.
Ein halbes Jahr stand der Garten mit massiver Laube, an der gehörig der Zahn der Zeit genagt hat, seitdem leer. Doch seit Corona liegen Gärten wieder im Trend – auch in der Altmark.
„Innerhalb von sechs Wochen habe ich zwölf Gärten vergeben“, freut sich Birgit Brüggemann, Vorsitzende vom Verein „Aufbau“, dem mit 340 Parzellen größten in Osterburg. Für die Gartenchefin kommt der Ansturm auf Kleingärten nicht überraschend: „Es ist doch ganz klar, bei den Einschränkungen, die es seit Wochen gibt, fällt einem irgendwann mal die Decke auf den Kopf. Dann erinnert man sich wieder an den guten alten Kleingarten – mit Laube, Rasenfläche für die Kinder, Obst und Gemüse.“
Brüggemann räumt allerdings ein, dass sie befürchtet hatte, dass sich der eine oder andere aus einer „Corona-Laune“ heraus in die Natur zurückgezogen hat. Doch sie habe sich eines Besseren belehren lassen müssen, erzählt sie. „Am Sonnabend hatten wir unseren ersten Arbeitseinsatz. Und die jungen Paare, die gerade eine Parzelle übernommen haben, waren sehr fleißig.“ Zumeist sei es bisher so gewesen, dass neue Gartenfreunde erst einmal ein bisschen zurückhaltend gewesen seien. „Aber diesmal keine Spur.“

 

Jochen Hupe, seit sieben Jahren Vorsitzender des Regionalverbands „Gartenfreunde Halberstadt“ hatte in den vergangenen vier Wochen rund 50 Anfragen nach Gärten. „So viel wie sonst in einem Jahr“, sagt er. Hupe, der seit 2002 auch Vorsitzender des Gartenvereins „Hans Neupert“ (ehemaliger Lagerältester im KZ Langenstein-Zwieberge) ist, macht „Luftsprünge“, weil er durch die große Nachfrage Brachflächen, die seit Jahren nicht bewirtschaftet sind, an Neugärtner vergeben kann. „Das kommt nicht nur dem Aussehen der Anlage zugute, es rechnet sich zudem. Denn die Pacht jedes Gartens, der nicht bewirtschaftet wird, muss ja auf die Mitglieder umgelegt werden.“
Sindy Gramann und ihr Partner André Liebert sind seit Ende April zwei der Neugärtner im „Hans Neubert“, unweit des Halberstädter Tierparks. Sie werkeln in ihrem „Katastrophengarten“. Der 33-Jährige zeigt auf das Tor, das schief in den Angeln hängt. Die Parzelle ist verwildert, die Laube fast vom Schimmel aufgefressen und muss komplett erneuert werden. Das Stückchen Land diente lange Zeit als Sperrmülldeponie. „Der Vorpächter ist wohl einfach abgehauen und hat das Chaos zurückgelassen“, so Sindy Gramann. 25 gelbe Säcke Grünschnitt mussten sie schon entsorgen.
Doch das schreckt das Paar nicht ab. Auch, wenn André Liebert zuerst geflucht hat, wenn er an die Kosten dachte, um aus dem Garten wieder einen Garten zu machen.
„Wir haben ein kleines Reihenhaus“, erzählt die 29-jährige Ergotherapeutin. „Da gibt es zwar ein kleines Gartenstück, aber dort können wir nichts anbauen.“ Das ist dem Veganer-/Vegetarierpaar aber wichtig. Auch deshalb, weil ihre fast zwei Jahre alte Aenna im Grünen aufwachsen soll und die Eltern dem Kind nahebringen wollen, „wie aus einem Samen eine Pflanze wird – dass Lebensmittel nicht im Supermarkt wachsen“.
„Außerdem wollten wir einen Ausgleich zum Zuhause und zur Arbeit“, meint der Drucker. Und auch das Gemeinschaftsgefühl im Verein gefalle ihnen. Das erste Beet haben sie schon unter Unkraut „gefunden“. Zucchini, Hokaidokürbisse, Kohlrabi und Tomaten werden dort demnächst wachsen. „Und auf die Pfirsiche vom Baum freuen wir uns auch schon“, sagt die 29-Jährige. „Für Aenna stellen wir einen Planschpool auf und natürlich auch einen Sandkasten.“

 

Siegfried Kliematz vom Verband der Gartenfreunde Schönebeck und Umgebung mit 78 Vereinen und Vorsitzender des Vereins „Clausthal“ in Schönebeck hatte in den vergangenen Wochen „50, 60 Anfragen. Das ist wirklich eine Menge. Wir gucken uns aber die Menschen genau an, die eine Parzelle haben möchten, ob sie den Garten für längere Zeit haben wollen, oder nur einen ,Corona-Garten‘ pachten wollen, den sie wieder aufgeben, nachdem sich die Lage beruhigt hat.“
Insgesamt sei der Leerstand beim Schönebecker Verband mit rund 25 Prozent „sehr hoch. Da fallen uns heute die 1970er Jahre auf die Füße. Damals haben wir jede Fläche, die die LPG nicht genutzt hat, zu Kleingärten gemacht.“
Deshalb habe der Verband 2010 „Keks“ ins Leben gerufen, ein Programm, das zum Ziel hat, 1000 Gärten abzubauen, die Hälfte sei bereits geschafft. „Die große Nachfrage, die zurzeit herrscht, kommt auch unseren älteren Gartenfreunden zugute, die sich schon mit dem Gedanken getragen haben, ihre Parzelle abzugeben. Ich sage ihnen: Wann, wenn nicht jetzt?“

 

Der Vorsitzende des Genthiner Stadtverbandes der Gartenfreunde hat andere Erfahrungen als seine Kollegen gemacht. „Der Ansturm auf unsere Gärten ist an uns bisher vorbeigegangen“, sagt Reimar Porini. „Wir haben 800 Gärten in Genthin und Umgebung, 60 Parzellen sind zu haben. Seit Januar dieses Jahres haben erst zwei Interessenten nachgefragt.“
Und er ahnt auch, woran der Leerstand liegen könnte: „In den letzten Jahren sind in der Stadt 15 Neubaublöcke abgerissen worden. Und die meisten Gartenfreunde kommen aus der städtischen Region. Die einen sind weggezogen, andere haben gebaut und heute einen Garten am Haus, wieder andere sind ganz aus der Region abgewandert.“

 

Christine Lersch, Schatzmeisterin beim Kreisverband der Kleingärtner Wolmirstedt e. V., freut sich über das große Interesse an Gärten im Altkreis Wolmirstedt. „Besonders Wolmirstedter haben ihre Liebe zum Kleingarten wiedergefunden.“ Sie erinnert sich noch gut an die langen Listen beim Verband der Kleingärtner und Kleintierzüchter und die Geduld, die man aufbringen musste, bis man eine Parzelle bekam.
„Um dem entgegenzuwirken, dass während der Pandemie Leute Gärten pachten, die sie später verlottern lassen, wenn die Zeit der Einschränkungen vorbei ist, erheben wir einen Sicherungsleistung, eine Art Kaution, die fällig wird, wenn sich ein Kleingärtner nicht mehr um seinen Garten kümmert. Ansonsten muss der Verein, also jedes Mitglied, dafür aufkommen.“
Der Kreisvorsitzende Armin Bartz findet klare Worte: „Ein Kleingarten ist eine Lebensaufgabe, die Arbeit, aber noch mehr Freude macht, und kein Ballermann-Urlaub. Wir freuen uns besonders, dass wieder mehr junge Leute mit Kindern einen Garten übernehmen. Aber wir brauchen keine Eintagsfliegen“, sagt der 70-Jährige.
Sindy Gramann und ihr Partner André Liebert werkeln in ihrem Garten in Halberstadt. Der gebürtige Wernigeröder erinnert sich gerne daran, wie er die Äpfel vom Baum gepflückt und gegessen hat. „Meine Großeltern und Eltern hatten Gärten. Als Kind war das für mich prima. Vielleicht erinnert sich später Anna ja auch mal daran – so wie ich heute.“

 

Olaf Weber vom Landesverband der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt e. V. kennt die Mitglieder-Zahlen der vergangenen Jahre. Seit 2013 ging die Kurve immer weiter nach unten. Von 107 123 im Jahr 2013 auf 90 951. Der Geschäftsstellenleiter glaubt zwar nicht, dass sie 2020 wieder steil nach oben gehen wird, aber die spürbar gestiegene Nachfrage werde sich auswirken. „Aber genaue Zahlen haben wir erst im Dezember. Ich hoffe nur, dass der Trend anhält.“
Die Osterburger Chantal und Andreas haben in den vergangenen drei Wochen fast jeden Tag im Garten verbracht, um ihn auf Vordermann zu bringen. Unter fleißiger Mithilfe von Doris Palm, der Mutter des Neugärtners. Noch bedeckt die Erde das, was in wenigen Wochen wachsen wird. „Zwiebeln, Radieschen, Erbsen, Bohnen, Kartoffeln, Karotten, Schnittlauch“, zählt der 30-Jährige auf.
„Und einen Plan für die Laube haben wir auch schon“, fügt seiner Partnerin an. „Schließlich wollen wir es im Sommer hier gemütlich haben und auch übernachten.“
Rechts neben der Laube ist genug Platz. „Der ist für Marlon reserviert. Dort kommt sein Spielplatz hin“, sagt ChantalWallisch.

Beitrag :  Volksstimme  15.05.2020
Volksstimme 04.07.2020
(C) 2016 Kreisverband der Kleingärtner Wolmirstedt e.V.